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Dr. Thomas Hestermann ist Fernsehjournalist
und Professor

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00:00:12.210 --> 00:00:15.449
für Journalismus an der Hochschule Macromedia
in Hamburg.

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00:00:15.750 --> 00:00:17.975
Seit vielen Jahren untersucht er die Darstellung

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00:00:18.059 --> 00:00:21.719
von Kriminalität in den Medien. Viele Menschen

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00:00:21.989 --> 00:00:24.125
bekommen ja ihre Vorstellung von Kriminalität

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00:00:24.209 --> 00:00:27.246
über die Medien vermittelt. Welches Bild zeichnen
denn

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00:00:27.329 --> 00:00:31.805
die Medien für Kriminalität? -Na ja, wir
nutzen die Medien

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00:00:31.889 --> 00:00:34.085
nicht wirklich, um zu wissen, wie es da draußen
ist,

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00:00:34.169 --> 00:00:35.945
sondern vor allen Dingen, was sich verändert

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00:00:36.029 --> 00:00:38.765
und was das Besondere ist. Also dass zum Beispiel

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00:00:38.849 --> 00:00:43.956
täglich Menschen zur Arbeit gehen, zur Schule
gehen, völlig ereignislos.

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00:00:44.040 --> 00:00:46.386
Das ist nicht Medienthema, sondern immer die
Abweichung.

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00:00:46.470 --> 00:00:50.159
Und je größer die Abweichung, die stärker
die Emotionalisierung,

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00:00:50.400 --> 00:00:53.046
desto eher wird auch Kriminalität beachtet.

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00:00:53.130 --> 00:00:57.180
Also von daher zeichnen die Medien immer einen
ganz winzigen Ausschnitt.

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00:00:57.479 --> 00:00:59.736
Und ich glaube, die meisten Menschen wissen
auch,

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00:00:59.819 --> 00:01:04.000
dass Das Bild von Kriminalität nicht der Alltag
ist,

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00:01:05.000 --> 00:01:10.000
dass nicht ständig gemordet wird und extreme
sexuelle Gewalt

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00:01:10.000 --> 00:01:13.000
zum Beispiel passiert. Also insofern sind das
Übertreibungen.

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00:01:13.000 --> 00:01:18.000
Die Frage ist immer nur, inwieweit ist dieses
Bild verzerrt?

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00:01:18.000 --> 00:01:23.000
Wenn Medien quasi so die Lupe draufhalten und
das Außergewöhnliche zeigen?

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00:01:23.000 --> 00:01:25.000
Ich glaube, das verstehen die meisten Menschen.

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00:01:25.000 --> 00:01:28.000
Wenn allerdings zum Beispiel bestimmte tatverdächtigen
Gruppen

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00:01:29.000 --> 00:01:30.000
immer wieder in den Fokus rücken, andere nicht.

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00:01:30.000 --> 00:01:33.000
Wenn das Bild nicht nur vergrößert, sondern
verzerrt ist.

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00:01:33.000 --> 00:01:36.000
Das macht es sehr viel schwerer, das zu unterscheiden

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00:01:36.000 --> 00:01:40.000
und das auseinanderzuhalten. -Sie forschen
ja schon sehr lange

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00:01:40.000 --> 00:01:43.000
zu dem Themengebiet. Welche Verzerrungen zeigen
sich denn da

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00:01:43.000 --> 00:01:47.000
in Bezug auf tatverdächtige Täterinnen und
Opfergruppen?

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00:01:48.000 --> 00:01:51.000
Also wir machen diese Forschung tatsächlich
seit 2007.

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00:01:51.000 --> 00:01:53.000
Also die Forschung ist in die Jahre gekommen,

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00:01:53.000 --> 00:01:56.000
Wir zeichnen so was wie die Fieberkurve der
Gesellschaft.

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00:01:56.000 --> 00:02:00.000
Und auffällig ist, dass wir von den vielen,

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00:02:00.000 --> 00:02:03.000
vielen Kategorien, die wir erfassen. Zum Beispiel
Was für Delikte?

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00:02:03.000 --> 00:02:07.000
Wer kommt zu Wort? Was erfahren wir über Tatverdächtige,

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00:02:07.000 --> 00:02:12.000
über Opfer, über alle Beteiligten? Dass wir
eine Verschiebung feststellen.

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00:02:12.000 --> 00:02:17.000
Dass wir feststellen, dass das Interesse immer
stärker den Tatverdächtigen gilt.

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00:02:17.000 --> 00:02:21.000
Dass das auch die die Aufmerksamkeit dort besonders
groß ist

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00:02:21.000 --> 00:02:24.000
und dass dann die Aufmerksamkeit besonders
groß ist,

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00:02:24.000 --> 00:02:27.000
wenn die Tatverdächtigen mutmaßlich Nichtdeutsche
sind.

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00:02:28.000 --> 00:02:31.000
Und das sind Zahlen, die sind schon außergewöhnlich
hoch.

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00:02:31.000 --> 00:02:34.000
Sobald die Herkunft genannt wird, ist sie in.

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00:02:35.000 --> 00:02:39.000
Durch die Jahre über 80 % sind es Nichtdeutsche.

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00:02:39.000 --> 00:02:41.000
Und das führt natürlich zu der Einschätzung,

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00:02:41.000 --> 00:02:44.000
dass Kriminalität überwiegend und oder nahezu
ausschließlich

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00:02:45.000 --> 00:02:47.000
von Ausländern Ausländerinnen begangen wird.

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00:02:48.000 --> 00:02:50.000
Und ist das in den letzten Jahren auch mehr
geworden

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00:02:51.000 --> 00:02:54.000
oder war das schon immer eine Verzerrung? -Also
es gab.

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00:02:54.000 --> 00:02:56.000
Diese Verzerrung zieht sich durch all die Jahre.

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00:02:56.000 --> 00:02:58.000
Das ist ein relevanter geworden, weil die Herkunft

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00:02:58.000 --> 00:03:00.000
wieder häufiger genannt wird, also wenn man
gerade

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00:03:01.000 --> 00:03:04.000
die letzten Jahre betrachtend. 2014 spielte
die Herkunft

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00:03:04.000 --> 00:03:08.000
in Fernsehbeiträgen in Fernsehnachrichten
Boulevardmagazin

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00:03:08.000 --> 00:03:14.000
praktisch keine Rolle. Dann kam die Nacht,
die für viele der.

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00:03:14.000 --> 00:03:17.000
Der Impuls war, noch mal ganz neu die Gesellschaft
zu sehen,

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00:03:17.000 --> 00:03:20.000
über Migration nachzudenken. Die Kölner Silvesternacht.

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00:03:20.000 --> 00:03:24.000
Und dann stieg der Anteil. Und 2017 haben wir
das gemessen

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00:03:24.000 --> 00:03:28.000
und 2019 noch mal ein weiteres Mal. Und da
hat sich die Gesellschaft

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00:03:28.000 --> 00:03:31.000
insgesamt ja auch verändert. Die AfD, stark
geworden,

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00:03:31.000 --> 00:03:33.000
ist in den Bundestag eingezogen. Die Migrationsdebatte

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00:03:34.000 --> 00:03:37.000
hat einen völlig anderen Dreh bekommen und
dann ist die Herkunft

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00:03:37.000 --> 00:03:40.000
immer häufiger genannt worden. Und dann ist
natürlich

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00:03:40.000 --> 00:03:44.000
dieses Verzerrungsmuster immer stärker, weil
es immer mehr Beiträge gibt,

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00:03:45.000 --> 00:03:48.000
die sagen Schon wieder ein Afghane, schon wieder
ein Syrer,

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00:03:49.000 --> 00:03:53.000
während die die Nationalität von Deutschen
eher ausgeblendet ist.

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00:03:55.000 --> 00:03:58.000
Und wenn wir auf die Opfer schauen, gibt es
da auch bestimmte Opfergruppen,

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00:03:58.000 --> 00:04:03.000
die eher genannt werden? -Ja, wir haben am
Anfang das Fazit gezogen

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00:04:03.000 --> 00:04:10.000
Jung, weiblich, Deutsch. Also dass das Opfer
wirklich

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00:04:10.000 --> 00:04:14.000
so eine Art Lichtgestalt ist. Wir haben das
damals genannt,

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00:04:14.000 --> 00:04:16.000
das idealisierte Opfer, und ich habe es später
auch

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00:04:16.000 --> 00:04:20.000
in der englischsprachigen Forschung nachgelesen,
dass es dort einen ganz

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00:04:20.000 --> 00:04:23.000
ähnlichen Begriff gibt The world Victim, also
das Opfer.

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00:04:23.000 --> 00:04:27.000
Das ist quasi wert ist das, dass man Empathie
empfindet,

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00:04:27.000 --> 00:04:29.000
dass man sich für dieses Opfer interessiert.

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00:04:29.000 --> 00:04:32.000
Und das ist eben auch wieder eine sehr starke
Auswahl

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00:04:32.000 --> 00:04:35.000
sind vor allen Dingen weibliche Opfer, sind
vor allen Dingen junge Opfer.

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00:04:35.000 --> 00:04:38.000
Und auch dieses Muster zieht sich durch die
Jahre.

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00:04:38.000 --> 00:04:41.000
Da gibt es Veränderungen, also zum Beispiel,

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00:04:41.000 --> 00:04:43.000
dass Opfer eher weiblich sind in den Medien.

80
00:04:43.000 --> 00:04:48.000
Das hat sich abgeschwächt, dass Opfer eher
kindlich sind.

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00:04:48.000 --> 00:04:51.000
Auch das Muster beobachten wir an manchen Stellen
auch abgeschwächt.

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00:04:51.000 --> 00:04:54.000
Und das hat so den Anhaltspunkt dafür gegeben,

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00:04:54.000 --> 00:04:56.000
dass sich die Medien doch eben einfach primär

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00:04:56.000 --> 00:05:00.000
für die Tatverdächtigen interessieren und
dass darum eben die Opfereigenschaften

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00:05:00.000 --> 00:05:04.000
nicht mehr sich so stark Auswirkungen auf die
Berichterstattung.

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00:05:05.000 --> 00:05:07.000
Wir sehen in der Medienberichterstattung also
eine Verzerrung.

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00:05:07.000 --> 00:05:12.000
Welche Auswirkungen hat das? -Ja. Menschen
erleben in der Regel

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00:05:12.000 --> 00:05:15.000
eine schwere Gewalt. Man erlebt nicht, dass
der Nachbar umgebracht wird

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00:05:16.000 --> 00:05:19.000
oder dass man sexualisierte Gewalt vielleicht
im Nahbereich

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00:05:19.000 --> 00:05:22.000
unmittelbar mitbekommt. Man hört davon in
Massenmedien

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00:05:22.000 --> 00:05:26.000
oder in sozialen Medien. Weißt du, bei Menschen
persönlich erleben

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00:05:26.000 --> 00:05:28.000
ist zum Beispiel Unordnung. Also dass zum Beispiel

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00:05:28.000 --> 00:05:30.000
der Nachbar nicht so vorbildlich den Müll
trennt,

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00:05:30.000 --> 00:05:34.000
wie wir Deutsche das auf tun, dass vielleicht
abends noch laut Musik ist

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00:05:34.000 --> 00:05:38.000
oder das Graffiti an den Wänden. Also wir
erleben Unordnung

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00:05:38.000 --> 00:05:41.000
und die verbinden wir dann eher mit vielleicht
Gewalt berichten.

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00:05:41.000 --> 00:05:44.000
Und wenn vielleicht die Unordnung stärker
wahrgenommen wird,

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00:05:44.000 --> 00:05:47.000
dann hat man doch eher den Eindruck, insgesamt
gerät

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00:05:47.000 --> 00:05:50.000
die Welt außer Rand und Band. Ich habe eine

100
00:05:50.000 --> 00:05:55.000
interessante Erfahrung gemacht. Ich habe ein
Interview gegeben

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00:05:56.000 --> 00:06:00.000
mit einem als Wissenschaftler ganz banalen
Satz,

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00:06:00.000 --> 00:06:02.000
dass nämlich die Welt, das Dass Deutschland

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00:06:02.000 --> 00:06:07.000
damals sicherer geworden ist laut statistischen
Zahlen der Polizei.

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00:06:07.000 --> 00:06:10.000
Aber das ist nicht für viele Menschen nicht
so anfühlt.

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00:06:10.000 --> 00:06:14.000
Man kann hinzufügen Aus dem Kalkül bestimmter
Einflussgruppen

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00:06:14.000 --> 00:06:17.000
soll es sich auch nicht so anfühlen, Weil
Unsicherheit ist

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00:06:17.000 --> 00:06:21.000
ein ganz entscheidender Treiber auch für rechtspopulistische
Gruppen.

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00:06:22.000 --> 00:06:26.000
Und dann war so ein Internetforum, das wurde
geflutet

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00:06:26.000 --> 00:06:30.000
mit Hunderten von Kommentaren. Der Professor
hat keine Ahnung,

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00:06:30.000 --> 00:06:35.000
der ist geschmiert, der ist weltfremd. Da draußen
ist doch der Dschungelcamp.

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00:06:36.000 --> 00:06:40.000
Und was macht man als Wissenschaftler? Man
lässt das an sich persönlich abperlen

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00:06:40.000 --> 00:06:45.000
und sagt Interessantes Forschungsmaterial.
Was sagen denn die Leute da wirklich?

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00:06:45.000 --> 00:06:48.000
Und ich kann interessant sagen haben wir kategorisiert.

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00:06:48.000 --> 00:06:50.000
Also wie oft gibt es sozusagen Korruptionsvorwürfe

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00:06:50.000 --> 00:06:53.000
oder Inkompetenz Vorwürfe? Aber interessanter
finde ich noch

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00:06:54.000 --> 00:06:57.000
Wie oft schildern Menschen eigene Gewalterfahrungen?

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00:06:58.000 --> 00:07:00.000
Man sollte ja davon ausgehen, dass wenn ein
Mensch sagt

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00:07:00.000 --> 00:07:04.000
Ich weiß es besser als der bekloppte Wissenschaftler.

119
00:07:04.000 --> 00:07:08.000
Ich weiß wirklich, wie Gewalt passiert, wie
virulent es ist.

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00:07:08.000 --> 00:07:11.000
Dann würde ich doch wohl, wenn ich selber
Erfahrungen gemacht habe,

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00:07:12.000 --> 00:07:14.000
meine eigenen Erfahrungen schildern. Also ich
würde nicht sagen,

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00:07:14.000 --> 00:07:18.000
ich habe gehört, in Köln ist mal was passiert
in der Silvesternacht.

123
00:07:18.000 --> 00:07:20.000
Ich würde sagen, ich bin selber überfallen
worden.

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00:07:21.000 --> 00:07:25.000
Und das geschieht erstaunlich wenig. Weniger
eigentlich,

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00:07:25.000 --> 00:07:28.000
als man von Dunkelfeldbefragung annehmen könnte.

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00:07:28.000 --> 00:07:32.000
Und unser Fazit ist Die sogenannten besorgten
Bürger, die sich Sorgen machen

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00:07:33.000 --> 00:07:37.000
um Gewaltkriminalität, erleben sie offenbar
selbst besonders

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00:07:37.000 --> 00:07:42.000
selten weniger als Bevölkerungsschnitt. Und
das führt eben schon zu der Annahme,

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00:07:42.000 --> 00:07:45.000
dass diese sogenannte Kriminalitätsfurcht
gar nicht so sehr

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00:07:45.000 --> 00:07:49.000
mit realer Furcht zu tun hat, sondern eher
mit dem Kalkül

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00:07:50.000 --> 00:07:52.000
Wenn man ganz viel darüber redet, wie schrecklich

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00:07:52.000 --> 00:07:55.000
unsicher unser Land ist, dann gewinnt man vielleicht
Unterstützung

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00:07:55.000 --> 00:07:58.000
für Law and Order Positionen für rechte Politik.

