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00:00:09.590 --> 00:00:12.386
Nichtdeutsche Tatverdächtige sind überrepräsentiert

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00:00:12.470 --> 00:00:15.866
in der Kriminalstatistik. Wieder eine Straftat

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00:00:15.949 --> 00:00:19.426
von einem sogenannten Ausländer. Die Medien
sind eigentlich voll

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00:00:19.510 --> 00:00:22.026
von Straftaten, berichten über Kriminalität

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00:00:22.110 --> 00:00:24.906
im Zusammenhang mit Migration. Doch wie sieht
es denn

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00:00:24.989 --> 00:00:28.465
eigentlich wirklich aus? Gucken wir uns das
mal chronologisch an

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00:00:28.549 --> 00:00:30.706
Wenn wir erst mal auf die Daten der Polizei
schauen,

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00:00:30.790 --> 00:00:34.105
dann sehen wir, dass ungefähr 35 % der Tatverdächtigen

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00:00:34.189 --> 00:00:37.585
keine deutsche Staatsangehörigkeit haben.
Das ist deutlich mehr

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00:00:37.669 --> 00:00:40.869
als der Anteil der Wohnbevölkerung ohne deutschen
Pass.

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00:00:41.310 --> 00:00:44.226
Also doch überrepräsentiert? Naja, so einfach

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00:00:44.310 --> 00:00:47.666
kann man das gar nicht sagen. Denn diejenigen,
die Tatverdächtige sind,

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00:00:47.750 --> 00:00:49.066
sind nicht immer unbedingt auch diejenigen,

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00:00:49.150 --> 00:00:52.746
die zur Wohnbevölkerung gehören. Denken wir
zum Beispiel an Touristinnen,

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00:00:52.830 --> 00:00:55.906
niederländische Fußballfans, die vielleicht
mit viel Alkohol

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00:00:55.990 --> 00:00:59.026
doch mal das eine oder andere Gewaltdelikte
begehen.

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00:00:59.110 --> 00:01:02.000
Oder auch Leute, die gezielt zur Straftat Begehung

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00:01:02.000 --> 00:01:04.000
nach Deutschland fahren und danach wieder zurückgehen.

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00:01:04.000 --> 00:01:06.000
Also wir können das gar nicht so ganz vergleichen.

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00:01:06.000 --> 00:01:09.000
Und wenn wir uns die Gruppe der zugewanderten
Menschen anschauen,

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00:01:09.000 --> 00:01:12.000
dann wissen wir Hier sind vor allem junge Männer.

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00:01:12.000 --> 00:01:15.000
Das heißt, es kommt nicht ein Querschnitt
aus der jeweiligen Bevölkerung

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00:01:15.000 --> 00:01:18.000
nach Deutschland, sondern eine bestimmte Gruppe

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00:01:18.000 --> 00:01:20.000
und jung und männlich. Das sind auch bei Deutschen

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00:01:20.000 --> 00:01:23.000
vor allem eine Gruppe, die viel mit Straftaten
zu tun hat.

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00:01:24.000 --> 00:01:27.000
Was wir auch noch beachten müssen, ist In
die polizeiliche Kriminalstatistik

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00:01:27.000 --> 00:01:30.000
kommt ja nicht jeder gleichermaßen rein. Wir
wissen, dass

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00:01:30.000 --> 00:01:33.000
die Anzeigewahrscheinlichkeit bei Nichtdeutschen
viel höher ist.

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00:01:34.000 --> 00:01:37.000
Abgefragt wurde das mal in einer Befragung
zum Thema Jugendgewalt.

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00:01:37.000 --> 00:01:40.000
Und da gaben die Befragten an, dass viel eher
angezeigt wird,

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00:01:40.000 --> 00:01:44.000
wenn der Täter Täterin nicht deutsch ist.
Also das ist so ein bisschen

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00:01:44.000 --> 00:01:48.000
die Verzerrung sproblematiken des Hellfeldes
der polizeilichen Daten.

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00:01:48.000 --> 00:01:51.000
Was wir aus der DunkelfeldForschung wissen
ist.

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00:01:51.000 --> 00:01:54.000
Es gibt bestimmte Besonderheiten und gut untersucht
bei Jugendgewalt.

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00:01:55.000 --> 00:01:57.000
Da sehen wir, dass Jugendgewalt auch häufiger
angegeben wird

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00:01:57.000 --> 00:02:01.000
von migrantischen Jugendlichen. Aber wenn wir
uns weiter angucken,

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00:02:01.000 --> 00:02:03.000
was sind eigentlich die Ursachen von Jugendgewalt

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00:02:03.000 --> 00:02:06.000
und wo kommen sie eigentlich besonders häufig
vor?

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00:02:06.000 --> 00:02:09.000
Dann sehen wir, ob eine jugendliche Person
gewalttätig wird.

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00:02:09.000 --> 00:02:12.000
Das hat genau die gleichen Ursachen, egal ob
deutsch oder nicht Deutsch.

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00:02:13.000 --> 00:02:17.000
Aber die Risikofaktoren wie zum Beispiel. Eher
niedrige Bildung,

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00:02:17.000 --> 00:02:20.000
schwierige ökonomische Verhältnisse im Elternhaus,
Erziehungs,

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00:02:20.000 --> 00:02:25.000
Gewalt erlebt zu haben und Zustimmung zu sogenannten
Männlichkeitsnormen,

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00:02:25.000 --> 00:02:28.000
die mit Gewalt funktionieren, die sind eher

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00:02:28.000 --> 00:02:31.000
bei migrantischen Jugendlichen zu finden. Jetzt
könnte man sagen Ah,

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00:02:31.000 --> 00:02:33.000
da haben wir ja die kulturellen Einflussfaktoren,

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00:02:33.000 --> 00:02:36.000
was Erziehungsverhalten oder Männlichkeitsnormen
anbelangt.

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00:02:36.000 --> 00:02:40.000
Aber man muss auch hier sagen Ja, teilweise
ja.

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00:02:40.000 --> 00:02:43.000
Aber das gilt ja auch nicht für alle Menschen
aus diesem Land.

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00:02:43.000 --> 00:02:49.000
Kultur, das ist ein Einfluss neben vielen anderen
Milieubildung usw.

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00:02:49.000 --> 00:02:52.000
Wir alle in Deutschland haben ja auch nicht
durch eine Kultur

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00:02:52.000 --> 00:02:56.000
irgendwie die gleiche Prägung. Die Kulturdebatte,
die führen wir oft,

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00:02:56.000 --> 00:02:59.000
wenn es um Nichtdeutsche geht. Selten lesen
wir bei deutschen Tätern

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00:02:59.000 --> 00:03:03.000
lag es an der Kultur. Und oft wird die Kulturdebatte
so geführt,

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00:03:03.000 --> 00:03:06.000
dass es wie um ein feststehendes Merkmal geht.

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00:03:06.000 --> 00:03:09.000
So sind sie halt aus dem und dem Land. Dabei
vergessen wir,

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00:03:09.000 --> 00:03:11.000
dass Kultur auch ein wunderbares Merkmal ist.

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00:03:11.000 --> 00:03:14.000
In Deutschland galt vor nicht allzu langer
Zeit

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00:03:14.000 --> 00:03:17.000
auch noch das sogenannte Züchtungsrecht. Gewalt
in der Erziehung.

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00:03:17.000 --> 00:03:20.000
Da haben wir heute auch ganz andere Vorstellungen.

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00:03:20.000 --> 00:03:24.000
Das heißt, die Sache mit der Migration und
der Kriminalität, die ist kompliziert.

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00:03:24.000 --> 00:03:27.000
Und die Antwort darauf, ob Migrantinnen eher
straffällig werden,

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00:03:27.000 --> 00:03:30.000
muss man wahrscheinlich mit Nein beantworten.

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00:03:30.000 --> 00:03:32.000
Wir sehen aber, Es ist nicht die Migration,

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00:03:32.000 --> 00:03:35.000
es ist nicht der Pass als solches, der hier
ursächlich ist.

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00:03:35.000 --> 00:03:39.000
Und was oft auch untergeht, ist Mehr Migration
führt nicht automatisch

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00:03:39.000 --> 00:03:43.000
zu mehr Kriminalität oder Gewalt. Es ist nur
ein ganz kleiner Teil

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00:03:43.000 --> 00:03:49.000
von Menschen mit Migrationserfahrung. Nichtdeutsche,
die hier auffällig werden.

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00:03:49.000 --> 00:03:53.000
Und das wird oft überschätzt. In vielen Jahren
seit 2007,

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00:03:53.000 --> 00:03:56.000
wo wir eine starke Zuwanderung hatten, hatten
wir trotzdem zeitgleich

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00:03:56.000 --> 00:03:59.000
starken Rückgang von Gewaltkriminalität,
weil es eben nur ein ganz,

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00:03:59.000 --> 00:04:01.000
ganz kleiner Teil ist, auch wenn der vielleicht

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00:04:01.000 --> 00:04:05.000
ein bisschen auffälliger ist. Das heißt,
was wir hier brauchen,

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00:04:05.000 --> 00:04:08.000
ist gute Prävention, die an den Ursachen ansetzt,

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00:04:08.000 --> 00:04:11.000
die mit Männlichkeitsbildern arbeitet, die
aber vor allem

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00:04:11.000 --> 00:04:14.000
auch die soziale Situation und die Integration

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00:04:14.000 --> 00:04:15.000
mit in den Blick nimmt.

