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00:00:08.550 --> 00:00:11.436
Dr. Anke Schroeder leitet die kriminologische
Forschung

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00:00:11.520 --> 00:00:16.020
im Dezernat Forschung, Prävention und Jugend
im LKA Niedersachsen.

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00:00:16.500 --> 00:00:19.956
Darüber hinaus ist sie verantwortlich für
das Kompetenzzentrum

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00:00:20.040 --> 00:00:23.586
Urbane Sicherheit. Wenn es um das Sicherheitsgefühl
geht,

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00:00:23.670 --> 00:00:27.426
dann denken ja viele an die Situation im öffentlichen
Raum, sich zu bewegen,

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00:00:27.510 --> 00:00:29.616
irgendwie über einen Platz zu gehen in der
Innenstadt.

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00:00:29.700 --> 00:00:33.875
Wie sicher ist man denn in Deutschland? -Also
wir sprechen bei uns

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00:00:33.959 --> 00:00:35.854
in der Forschung immer von Gefahrenorten.

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00:00:35.939 --> 00:00:38.939
Also wir gucken in der polizeilichen Kriminalstatistik,

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00:00:39.119 --> 00:00:45.006
wo tatsächlich Kriminalität stattfindet.
Wir wissen auch, welche Kriminalität

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00:00:45.090 --> 00:00:49.296
sozusagen nachbarschaftliches Miteinander stört.
Das ist das,

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00:00:49.380 --> 00:00:52.476
was wir auf der einen Seite angucken. Davon
haben wir im öffentlichen Raum

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00:00:52.560 --> 00:00:54.965
nicht sehr viel, das muss man ganz deutlich
sagen.

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00:00:55.049 --> 00:00:57.630
Auf der anderen Seite sprechen wir immer von
den Angsträumen,

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00:00:57.779 --> 00:01:00.000
also Orte, wo sich Menschen unsicher fühlen.

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00:01:00.000 --> 00:01:03.000
Das sind ganz andere Ursachen, warum man sich
unsicher fühlt.

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00:01:03.000 --> 00:01:05.000
Der Ort hat vielleicht fehlende Beleuchtung,

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00:01:05.000 --> 00:01:10.000
ist sozial nicht kontrolliert oder aber man
hat ein Erlebnis gehabt

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00:01:10.000 --> 00:01:12.000
und fährt selber ungerne durch diese Gegend.

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00:01:12.000 --> 00:01:15.000
Es ist dunkel oder man ist allein unterwegs

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00:01:15.000 --> 00:01:16.000
und nicht schnell. Dann ist man natürlich,

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00:01:16.000 --> 00:01:19.000
hat man Angst und dann ist es ein Angsttraum.

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00:01:19.000 --> 00:01:22.000
Das ist genauso real. Aber das hat überhaupt
nichts

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00:01:22.000 --> 00:01:25.000
mit diesen Gefahrenorten zu tun, die sozusagen

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00:01:25.000 --> 00:01:29.000
im schlimmsten Fall Kapitalverbrechen sind.
Das haben wir im öffentlichen Raum

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00:01:29.000 --> 00:01:33.000
Gott sei Dank sehr selten. -Und welche Räume
sind es?

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00:01:33.000 --> 00:01:37.000
Wo haben Menschen eher eine Unsicherheit, wenn
man so auf die Stadt gucken?

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00:01:37.000 --> 00:01:40.000
Also Menschen haben in der Regel dort Furcht,
an Orten,

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00:01:40.000 --> 00:01:43.000
die sozial nicht kontrolliert sind, die unbelebt
sind,

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00:01:43.000 --> 00:01:47.000
die unübersichtlich sind, die keine Richtungsweisung
haben

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00:01:47.000 --> 00:01:51.000
und die keine Funktion haben, also. Oder es
sind Orte,

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00:01:51.000 --> 00:01:55.000
wo eine bestimmte Gruppe die Handlungen beeinflusst,

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00:01:55.000 --> 00:01:59.000
also wo ich mich nicht eingeladen fühle, wo
ich keinen Grund habe, mich hinzusetzen

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00:01:59.000 --> 00:02:01.000
oder wo eben andere Gruppen den Raum belegen

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00:02:01.000 --> 00:02:06.000
und sagen okay, du gehörst hier nicht her,
dann fühlt man sich natürlich unsicher.

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00:02:07.000 --> 00:02:09.000
Und was gilt es dann zu tun? Also wie kann
man da

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00:02:09.000 --> 00:02:12.000
urbane Sicherheit schaffen? -Also man muss,

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00:02:12.000 --> 00:02:15.000
man muss eine Zielformulierung haben. Was will
ich von einem Ort?

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00:02:16.000 --> 00:02:19.000
Also soll dieser Ort Transitraum sein? Soll
dieser Ort

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00:02:19.000 --> 00:02:23.000
Aufenthaltsmöglichkeiten haben? Soll man an
diesem Ort länger verweilen

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00:02:23.000 --> 00:02:26.000
oder soll man da wirklich nur durchgehen können?

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00:02:26.000 --> 00:02:32.000
Das muss man erstmal vereinbaren. Orte sind
ja öffentliche Räume,

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00:02:32.000 --> 00:02:36.000
sind ja alles, vom Platz bis zu einem Park,
aber auch zu Parkplatz.

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00:02:36.000 --> 00:02:42.000
Sind ja alles öffentliche Orte. Und es ist
ein Aushandlungsprozess dessen,

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00:02:42.000 --> 00:02:44.000
was man an diesem öffentlichen Ort machen
möchte.

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00:02:44.000 --> 00:02:49.000
Hat man einen Innenstadtbereich, der vielfältig
genutzt werden soll,

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00:02:49.000 --> 00:02:52.000
dann muss der Ort eben jene Funktion haben,

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00:02:52.000 --> 00:02:57.000
aber auch jene Gestaltungselemente. Dass man
neben spielenden Kindern

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00:02:57.000 --> 00:03:00.000
auch ältere Menschen lesend auf der Bank hat

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00:03:00.000 --> 00:03:06.000
oder dass man einer Gruppe an jungen Menschen
genug Platz lässt,

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00:03:06.000 --> 00:03:09.000
die dann dort auch skaten können oder so,
aber wenn der Raum

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00:03:09.000 --> 00:03:13.000
so eng ist und so begrenzt ist und es zu Konkurrenzen
kommt,

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00:03:13.000 --> 00:03:16.000
dann fühlt man sich natürlich nicht willkommen

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00:03:16.000 --> 00:03:20.000
und damit eben auch ja vielleicht ein bisschen
zu ängstlich.

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00:03:21.000 --> 00:03:24.000
Also es ist auch ein Problem von verschiedenen
Nutzungsinteressen

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00:03:24.000 --> 00:03:27.000
im öffentlichen Raum. Kann man die auflösen?

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00:03:27.000 --> 00:03:32.000
Findet man da immer Kompromisse oder. -Es ist
immer eine Aushandlungssache.

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00:03:32.000 --> 00:03:36.000
Es ist immer eine Aushandlungssache. Es gibt
nicht immer die Lösung für alle.

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00:03:36.000 --> 00:03:38.000
Da muss man sich nichts vormachen. Und es gibt,

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00:03:38.000 --> 00:03:42.000
wenn es problematisch wird, muss man sich Regeln
überlegen.

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00:03:42.000 --> 00:03:47.000
Zum Beispiel laute, skatende Jugendliche, die
ja immer so Plätze suchen,

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00:03:47.000 --> 00:03:51.000
wo so Betonkanten sind, wo man so schön dran
langschlittern kann,

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00:03:51.000 --> 00:03:53.000
die aber natürlich die Nachbarschaft stört,

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00:03:53.000 --> 00:03:56.000
wenn man abends ins Bett gehen möchte. Da
muss man dann

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00:03:56.000 --> 00:04:01.000
Aushandlungsprozesse übernehmen. Oder man
muss schauen,

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00:04:01.000 --> 00:04:04.000
ob der Raum die Funktion erfüllt, die man
erreichen möchte.

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00:04:04.000 --> 00:04:09.000
Wer geht denn gerne in einen Park, wo hohe
Büsche sind, wo du nicht weißt,

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00:04:09.000 --> 00:04:13.000
was hinter dem nächsten Laternenpfahl oder
hinterm nächsten Busch ist

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00:04:13.000 --> 00:04:16.000
und wo du weißt, irgendwie: möglicherweise
sind hier Gruppen,

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00:04:16.000 --> 00:04:19.000
mit denen ich gar nichts zu tun habe und ich
will ja nur durchgehen.

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00:04:19.000 --> 00:04:23.000
Es ist eine Abkürzung für mich und da muss
man eben überlegen,

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00:04:23.000 --> 00:04:28.000
ob man zum Beispiel durch Beleuchtung und Elemente
eine Bewegungsrichtung,

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00:04:28.000 --> 00:04:31.000
eine Orientierung vorgibt und wo man aber auch
Bereiche lässt

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00:04:31.000 --> 00:04:34.000
für Menschen, die den öffentlichen Raum auch

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00:04:34.000 --> 00:04:39.000
als Schlafplatz benötigen. Denn von denen
geht ja erstmal per se keine Gefahr aus.

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00:04:40.000 --> 00:04:42.000
Ja. -Wenn es gar nicht

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00:04:42.000 --> 00:04:44.000
so sehr darum geht, Kriminalität zu reduzieren,

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00:04:44.000 --> 00:04:48.000
um Sicherheitsgefühl zu verbessern, welche
Rolle hat dann die Polizei

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00:04:48.000 --> 00:04:51.000
und wer ist noch gefragt? -Also wir, unsere
Aufgabe

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00:04:51.000 --> 00:04:53.000
ist es ja, Kriminalität auch zu verhindern,

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00:04:53.000 --> 00:04:59.000
auch präventiv anzusetzen. Und insofern ist
Polizei schon ein Akteur

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00:04:59.000 --> 00:05:02.000
in einer in einem Netzwerk verschiedener Akteure.

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00:05:02.000 --> 00:05:04.000
Wir in Niedersachsen haben die Sicherheitspartnerschaft

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00:05:04.000 --> 00:05:07.000
im Städtebau in Niedersachsen dafür, wo wir
gemeinsam

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00:05:08.000 --> 00:05:11.000
an einem Tisch aushandeln, wer welche Rolle
übernehmen kann.

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00:05:11.000 --> 00:05:14.000
Wichtig ist, dass man nicht immer und permanent
an Abgrenzung denkt,

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00:05:14.000 --> 00:05:18.000
sondern an Kooperation und Zusammenarbeit.
Und das kann man am besten,

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00:05:18.000 --> 00:05:20.000
indem man rausgeht, indem man nicht am Tisch

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00:05:21.000 --> 00:05:23.000
irgendetwas verhandelt, sondern indem man rausgeht

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00:05:23.000 --> 00:05:27.000
und anhand des öffentlichen Raumes eben feststellt:
Okay,

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00:05:27.000 --> 00:05:30.000
hier sind eure Zuständigkeiten und die hören
an der Grenze auf.

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00:05:30.000 --> 00:05:34.000
Das sieht man ja auch, wenn zum Beispiel der
Übergang zwischen Privateigentum

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00:05:35.000 --> 00:05:38.000
und kommunaler das Eigentum, da erkennt man
sofort die Grenze,

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00:05:39.000 --> 00:05:43.000
da hat Polizei nichts zu suchen. Aber Polizei
kann Anregungen geben

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00:05:43.000 --> 00:05:47.000
und wir sind in der Kriminal, wir haben das
sozusagen

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00:05:47.000 --> 00:05:51.000
in unserer Ausbildung jetzt verankert, in anderen
Fachbereichen,

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00:05:51.000 --> 00:05:55.000
beispielsweise Architektur, Stadtplanung, da
ist es noch nicht verankert,

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00:05:55.000 --> 00:05:57.000
da spielt Kriminalprävention keine große
Rolle.

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00:05:57.000 --> 00:06:01.000
Insofern ist Polizei mit dabei. Und tatsächlich

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00:06:01.000 --> 00:06:06.000
Wenn es um Kriminalitätsbekämpfung geht,
dann ist es eine ganz andere Ebene,

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00:06:06.000 --> 00:06:07.000
über die wir hier jetzt gar nicht sprechen,

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00:06:07.000 --> 00:06:11.000
weil dann wird Polizei gefordert. Logisch,
das ist ja unsere Hauptrolle.

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00:06:11.000 --> 00:06:14.000
Aber dem Bereich der Prävention will ich da
nicht unbeachtet lassen.

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00:06:15.000 --> 00:06:17.000
Welche aktuellen Herausforderungen stellen
sich denn gerade

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00:06:18.000 --> 00:06:21.000
für die urbane Sicherheit? -Im Moment haben
wir ja die Tendenz

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00:06:21.000 --> 00:06:25.000
der leerlaufenden Innenstädte. Wir wissen,
früher galten die Städte,

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00:06:25.000 --> 00:06:28.000
so sind sie aufgebaut, wurden rein nach Kommerz,

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00:06:28.000 --> 00:06:32.000
ein Kaufhaus neben dem nächsten Einkauf, daneben,
neben

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00:06:32.000 --> 00:06:35.000
der nächsten Einkaufsmöglichkeit. Wenn diese
Funktion jetzt wegfällt

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00:06:35.000 --> 00:06:39.000
und das tut sie gerade, kommt es zu sehr viel
mehr Leerstand.

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00:06:39.000 --> 00:06:41.000
Und wenn die Stadt, die Innenstadt, ihre Funktion
verliert,

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00:06:42.000 --> 00:06:45.000
dann werden dort Gruppen sich aufhalten, die
die Stadt anders nutzen,

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00:06:45.000 --> 00:06:49.000
nämlich jene, die beengt wohnen, die sozusagen
ein Stück Freiheit suchen

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00:06:49.000 --> 00:06:52.000
in der Innenstadt. Und dadurch werden sich
sicherlich

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00:06:52.000 --> 00:06:55.000
andere wieder ausgeschlossen fühlen oder verdrängt
fühlen,

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00:06:55.000 --> 00:06:57.000
obwohl sie die Städte gar nicht mehr nutzen.

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00:06:57.000 --> 00:07:00.000
Das beobachte ich im Moment mehrfach und wir
müssen darüber nachdenken,

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00:07:00.000 --> 00:07:03.000
wie hoch der Wohnanteil in unseren Innenstädten

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00:07:03.000 --> 00:07:06.000
zukünftig sein soll, damit wir auch eine Tages

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00:07:06.000 --> 00:07:08.000
und eine Nachtbelegung haben jener Städte.

