Migration und Kriminalität - ein kriminologisches Statement
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Wollinger
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- uploaded May 12, 2026
Ein kriminologisches Statement von Prof. Dr. Gina Rosa Wollinger zum Thema Migration und Kriminalität.
Dieses Video ist lizensiert nach CC BY-NC-ND ( Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitung, https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/legalcode.de )
Die Namensnennung bitte wie folgt: "Dr. Gina Rosa Wollinger / HSPV NRW, CC BY-NC-ND 4.0"
Speaker 1: Nichtdeutsche Tatverdächtige sind überrepräsentiert in der Kriminalstatistik. Wieder eine Straftat von einem sogenannten Ausländer. Die Medien sind eigentlich voll von Straftaten, berichten über Kriminalität im Zusammenhang mit Migration. Doch wie sieht es denn eigentlich wirklich aus? Gucken wir uns das mal chronologisch an Wenn wir erst mal auf die Daten der Polizei schauen, dann sehen wir, dass ungefähr 35 % der Tatverdächtigen keine deutsche Staatsangehörigkeit haben. Das ist deutlich mehr als der Anteil der Wohnbevölkerung ohne deutschen Pass. Also doch überrepräsentiert? Naja, so einfach kann man das gar nicht sagen. Denn diejenigen, die Tatverdächtige sind, sind nicht immer unbedingt auch diejenigen, die zur Wohnbevölkerung gehören. Denken wir zum Beispiel an Touristinnen, niederländische Fußballfans, die vielleicht mit viel Alkohol doch mal das eine oder andere Gewaltdelikte begehen. Oder auch Leute, die gezielt zur Straftat Begehung nach Deutschland fahren und danach wieder zurückgehen. Also wir können das gar nicht so ganz vergleichen. Und wenn wir uns die Gruppe der zugewanderten Menschen anschauen, dann wissen wir Hier sind vor allem junge Männer. Das heißt, es kommt nicht ein Querschnitt aus der jeweiligen Bevölkerung nach Deutschland, sondern eine bestimmte Gruppe und jung und männlich. Das sind auch bei Deutschen vor allem eine Gruppe, die viel mit Straftaten zu tun hat. Was wir auch noch beachten müssen, ist In die polizeiliche Kriminalstatistik kommt ja nicht jeder gleichermaßen rein. Wir wissen, dass die Anzeigewahrscheinlichkeit bei Nichtdeutschen viel höher ist. Abgefragt wurde das mal in einer Befragung zum Thema Jugendgewalt. Und da gaben die Befragten an, dass viel eher angezeigt wird, wenn der Täter Täterin nicht deutsch ist. Also das ist so ein bisschen die Verzerrung sproblematiken des Hellfeldes der polizeilichen Daten. Was wir aus der DunkelfeldForschung wissen ist. Es gibt bestimmte Besonderheiten und gut untersucht bei Jugendgewalt. Da sehen wir, dass Jugendgewalt auch häufiger angegeben wird von migrantischen Jugendlichen. Aber wenn wir uns weiter angucken, was sind eigentlich die Ursachen von Jugendgewalt und wo kommen sie eigentlich besonders häufig vor? Dann sehen wir, ob eine jugendliche Person gewalttätig wird. Das hat genau die gleichen Ursachen, egal ob deutsch oder nicht Deutsch. Aber die Risikofaktoren wie zum Beispiel. Eher niedrige Bildung, schwierige ökonomische Verhältnisse im Elternhaus, Erziehungs, Gewalt erlebt zu haben und Zustimmung zu sogenannten Männlichkeitsnormen, die mit Gewalt funktionieren, die sind eher bei migrantischen Jugendlichen zu finden. Jetzt könnte man sagen Ah, da haben wir ja die kulturellen Einflussfaktoren, was Erziehungsverhalten oder Männlichkeitsnormen anbelangt. Aber man muss auch hier sagen Ja, teilweise ja. Aber das gilt ja auch nicht für alle Menschen aus diesem Land. Kultur, das ist ein Einfluss neben vielen anderen Milieubildung usw. Wir alle in Deutschland haben ja auch nicht durch eine Kultur irgendwie die gleiche Prägung. Die Kulturdebatte, die führen wir oft, wenn es um Nichtdeutsche geht. Selten lesen wir bei deutschen Tätern lag es an der Kultur. Und oft wird die Kulturdebatte so geführt, dass es wie um ein feststehendes Merkmal geht. So sind sie halt aus dem und dem Land. Dabei vergessen wir, dass Kultur auch ein wunderbares Merkmal ist. In Deutschland galt vor nicht allzu langer Zeit auch noch das sogenannte Züchtungsrecht. Gewalt in der Erziehung. Da haben wir heute auch ganz andere Vorstellungen. Das heißt, die Sache mit der Migration und der Kriminalität, die ist kompliziert. Und die Antwort darauf, ob Migrantinnen eher straffällig werden, muss man wahrscheinlich mit Nein beantworten. Wir sehen aber, Es ist nicht die Migration, es ist nicht der Pass als solches, der hier ursächlich ist. Und was oft auch untergeht, ist Mehr Migration führt nicht automatisch zu mehr Kriminalität oder Gewalt. Es ist nur ein ganz kleiner Teil von Menschen mit Migrationserfahrung. Nichtdeutsche, die hier auffällig werden. Und das wird oft überschätzt. In vielen Jahren seit 2007, wo wir eine starke Zuwanderung hatten, hatten wir trotzdem zeitgleich starken Rückgang von Gewaltkriminalität, weil es eben nur ein ganz, ganz kleiner Teil ist, auch wenn der vielleicht ein bisschen auffälliger ist. Das heißt, was wir hier brauchen, ist gute Prävention, die an den Ursachen ansetzt, die mit Männlichkeitsbildern arbeitet, die aber vor allem auch die soziale Situation und die Integration mit in den Blick nimmt.
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